SV Moßbach e.V.

San-DroP sinniert über die Gegenwart und Zukunft

SV Moßbach - Immer am Ball!, 05.05.2020

San-DroP sinniert über die Gegenwart und Zukunft

Jahr für Jahr auf's Neue: Sandro Plietzsch ist der trainingseifrigste Spieler des SVM und immer eine einplanbare Konstante, außer wenn der vierwöchige Jahresurlaub im Spätsommer ansteht.

Unser Routinier Sandro Plietzsch (33), seit 2011 für unseren Verein aktiv und längst ein personifiziertes Synonym für die Moßbacher Dorf- und Sportgemeinschaft, äußerte sich zur momentanen Tristesse im omnipräsenten Corona-Alltagsleben sowie zur nahen Zukunft, wobei sein verhaltener Blick in die Glaskugel natürlich auf eine zeitnahe Rückkehr in das gewohnte Lebensumfeld hofft ... hier lest ihr das kleine Frage- und Antwort-Spielchen mit unserer Redaktion:

Servus Pitti, ist alles okay bei dir?

"Hola & Welcome, ja es ist alles bestens bei mir."

Bei deiner Familie auch? Übrigens Glückwunsch noch zum zweiten Neffe, Onkel Sandro!

"Ebenso alle wohlauf. Achso, na klar, auch noch allerbesten Dank, aber die Glückwünsche gehen besser an die Eltern!"

Coronabedingt bist du gerade mit viel Freizeit ausgestattet, wie vertreibst du dir diese?

"Das stimmt allerdings, es ist eine sehr ungewohnte Situation. Man macht halt Dinge, für die man sonst keine Zeit hatte bzw. sich nicht so genommen hat: ersmal entspannen und das bisher gute Wetter draußen genießen, viel mehr auf dem Fahrrad unterwegs sein, mal angestautes Zeug hier und da ordnen, Unterstützung bei privaten Arbeitseinsätzen geben, mal ein Konzert schauen für zukunftsmögliche Aktivitäten usw. usf. Irgendwas ist immer." 

"Mister Nonchalance": Nach seiner Auswechslung in Ranis, zum Aufstiegsmatch am 10.06.2019, war die stille Zigarette das erste Genussmittel, im Gefühl des sicheren Sieges schmeckte diese umso besser.

Sammelst du denn auch fleißig Punkte mit Schrittzähler und Fitnesstracker? Oder schaffen dich die Waldarbeiten zu sehr?

"Nee, das Zeug brauche ich nicht so, ich merke auch von ganz allein, ob und wie kaputt ich bin, das reicht mir aus. Nein, dass nun auch nicht, es handelt sich ja wie gesagt nur um vermehrte Einsätze hier und da, aber die auch in aller Ruhe und Gelassenheit."

Wie sehr fehlen dir derzeit der organisierte Trainings- und Spielbetrieb und der feste Rhythmus?

"Natürlich fehlt das schon sehr und auch zunehmend, gerade nach jetzt mehreren Wochen. Und erst recht nach der ewigen Vorbereitung natürlich ganz besonders der ausgebliebene Spielbetrieb, wir wollten ja gerade loslegen, sonst hätten wir das ja nicht so durchgezogen."

Und das obligatorische Bierchen danach?

"Na das gehört da genauso dazu, das gemeinschaftliche Beisammensein danach ist natürlich auch ein wesentlicher Bestandteil."

Was denkst du, wird die Saison noch zu Ende gespielt oder doch abgebrochen?

"Ich denke diese Möglichkeit besteht keinesfalls, ich denke nicht, dass noch irgendwas passieren wird und wir froh sein können, wenn die nächste Saison wieder relativ normal starten kann."

Wer wäre Meister geworden, Neustadt oder Schleiz oder gar eine dritte Mannschaft?

"Sicher hätten beide Teams gute Chancen gehabt. Aber so eng wie es unter den ersten sechs Mannschaften aussah, hätte wohl auch jeder davon noch Meister werden können. Ich persönlich hätte es aber einer dieser beiden Vertretungen am ehesten gegönnt, obwohl wir natürlich auch nächstes Jahr in sogenannten "Derbys" gerne wieder gegen sie spielen würden."

Wenn du Entscheidungsträger wärst, würdest du im Mai zumindest das Mannschaftstraining wieder zulassen?

"Selbst im Konjunktiv würde ich mir nicht anmaßen, mich in solch rein politische Diskussionen einmischen zu wollen. Ob nun schon Mai, von mir aus. Das denke ich dennoch sowieso nicht, aber ich hätte auf jeden Fall nichts gegen frühstmöglich."

Du als Köthnitzer Junge fühlst dich in Moßbach auch sehr heimisch, was macht das Dorfleben im Allgemeinen so besonders?

"Ganz einfach, ich fühle mich einfach wohl und das ist wohl das Entscheidende. Ich denke hier und da ist es vor allem Gemeinschaft und Zusammenhalt. Irgendwas ist meistens, und das wird dann schon aus."

Was zeichnet speziell Moßbach als Gemeinde und Sportverein besonders aus?

"Genau hier wird das Erwähnte auch besonders deutlich."

Also bleibst du ein fester Bestandteil der Moßbacher Familie?

"Na sicher doch!"
Im Bild: Sandro Plietzsch beim überraschenden 2:2-Teilerfolg bei der starken Vertretung der BSG Chemie in Kahla, als er mit Chrisi Heyne die Doppelsechs gegen Ex-Oberligaspieler wie Bahner, Enkelmann, Reuter, Hort & Co. bildete.

Dein Vater hat früher für die Moßbacher Farben gespielt und viele Anhänger wünschten sich immer deinen Bruder Carsten ins Team, wäre das auch ein Wunsch von dir gewesen? 

"Das mag sein, aber es war ein ohnehin unrealistischer Wunsch. Ich habe mich nie damit beschäftigt, aber wir hätten ihn schon sicher auch mit durchgezogen."😉

Als junger und agiler Fußballrentner hat Carsten seine Töppen aber bereits an den Nagel gehangen und die intensive Familienzeit vorgezogen, du wirst im Sommer 34 und machst noch ein Jahr weiter?

"Na definitiv, und ich hoffe und gehe aber auch davon aus, nicht nur ein Jahr."

Weiter beim SVM?

"Ganz klar, andere Teams könnten mich wiederum nicht mit durchziehen, vielleicht."😄 

Im Sommer 2011 bist du zu uns gewechselt und seither treu geblieben. Als einer der dienstältesten Kicker hast du persönlich welche Ziele für die nächste Spielzeit?

"Neben gesund und fit bleiben, trallala und sowieso usw. usf., möchte ich natürlich auch weiterhin ein wesentlicher Bestandteil dieser Mannschaft bleiben. Es soll einfach bleiben wie es seitdem immer war, immer irgendwie leicht und seicht hangaufwärts, wie auch immer man das sieht - aber das war nicht mehr persönlich geantwortet, sondern ganz allgemein."

Und mannschaftlich?

"Rein sportlich natürlich uns weiter in der Landesklasse zu etablieren, noch mehr zu stabilisieren und selbstverständlich stets weiter entwickeln und verbessern zu können."

In Ranis, am Pfingstmontag 2019, trug sich auch unser Sandro in die Vereinsannalen ein - mit der Meisterschaft in der KOL und dem damit verbundenen Aufstieg in die LK.

Wie viele Jahre gibst du dir physisch selbst noch auf dem Niveau der Landesklasse oder Kreisoberliga?

"Das weiß ich nicht und kann ich auch gar nicht wissen, aber ich hoffe noch länger, ich fühle mich auf jeden Fall äußerst konkurrenzfähig."

Und nach deiner aktiven Zeit lenkst du die Vereinsgeschicke aktiv im Vorstand mit, wäre das eine Option für dich? Oder hegst du Ambitionen in Richtung Trainer oder Betreuer?

"Über derartige zukunftsträchtige Optionen mache ich mir aktuell keinerlei Gedanken."

Kurzfristig hast du welchen größten Wunsch?

"Das kann ja aktuell in allen Bereichen nur der Weg in Richtung Normalität in möglichst großen Schritten sein, alles andere wird schon aus."

Vielen Dank für das lockere Gespräch. Wir wünschen dir und deinen Angehörigen alles Gute und sehen uns hoffentlich bald wieder - auf dem Trainingsplatz am besten!

"Hola & Welcome! Allerbeste Grüße, euer San-DroP!"✌️

Mit "Dolce Vita" im Blut ist er immer mittendrin statt nur dabei und quasi überall, aber stets sympathisch zugegen: Unser Sandro, wie hier beim Volleyballmatch zu einem Kinderfest.


Quelle:Interview: dx / Bilder: Archiv Mario Streit